Nachbau Wagen Nr. 36

 

 

Vielen war der gemeinsame Auftritt der einzelnen Ortsteile aus Anlass der 2000 – Jahrfeier der Stadt Koblenz noch in guter Erinnerung. Daher wurde die Aufforderung der Stadtspitze, eine Neuauflage zu starten, fast überall positiv aufgenommen. Durch den Oberbürgermeister wurde bei der Kirmesgesellschaft Mosella wie beim ersten Fest angefragt, ob Moselweiß wieder mit dabei wäre. Im Ortsring war man dafür. Nun stellte sich die Frage, wie und mit was beteiligen wir uns dieses Mal. Wie man sich erzählt, kam dem damaligen Vorsitzenden der Mosella Hans-Peter Volk, bei einer seiner wichtigen Sitzungen auf dem stillen Örtchen, die Idee eine Straßenbahn zu bauen.

 

Mit dieser Idee und einem Plan einer alten Koblenzer Straßenbahn fing alles an. Den Plan hatte sich H.P. Volk von der Kevag über Herrn Präuner besorgt (Hr. Präuner hat anfangs diese Idee heimlich belächelt und der Realisierung kaum eine Zukunft gegeben. Doch später war er einer der wichtigsten Ansprechpartner für die Mosella und hat durch seinen Rat viel zum Gelingen beigetragen). Es kam die nächste Ortsringsitzung. Der Vorschlag, eine Straßenbahn zu bauen, wurde von einigen sofort begrüßt, andere dachten, der Volks Pitter spinnt, wieder anderen war im Moment das unwichtigste am wichtigsten, wann kippt das Ding um oder wo stellt man es später hin. Zum guten Schluss blieben sechs Vereine sowie Kindergarten und Ortsring übrig die mitmachten.

Nun begann der schwierigste Teil, mit was und wie kann man die Sache erstens finanzieren, zweitens was bietet sich als Untergestell an. Nach langen Beratungen mit den Autoschlossermeistern Horst Riffart, Hans Josef Schaaf und den Gesprächen mit dem TÜV Koblenz kam man zu der Auffassung, dass sich ein alter Hanomag oder VW-Bus am besten eignen würde. Während sich die einen auf die Suche nach einem geeigneten Fahrzeug machten, begann der Vorsitzende der Mosella mit der Suche nach Sponsoren und das war gar nicht so einfach, denn es war ja am Anfang außer der Idee und einer Zeichnung nichts vorhanden.Um dem Sucher die Arbeit und den eventuellen Sponsoren das Mitmachen etwas leichter zu machen, wurde vom Schriftführer der Mosella, Hans Helmut Jünger, ein Schriftstück entworfen, von  Wolfgang Feil die Zeichnung bearbeitet und von Heinz Steinkamp Fotos angefertigt um die Idee besser zu verkaufen. Bei einigen war kein Interesse vorhanden, weil sie sich trotz Anschauungsmaterial das Ganze nicht vorstellen konnten, wogegen andere von der Idee begeistert waren und sofort mitmachten. Durch den Verkauf der sich anbietenden Werbeflächen wurde die Sache ins Rollen gebracht und finanziert.

Beim durchsuchen von Zeitungen, Autohäusern stellte man fest, dass es gar nicht so einfach war, ein geeignetes Fahrzeug zu finden. Durch Zufall, wurde  ein VW-Bus im Autohaus Sturm in Kobern gefunden, gekauft und nach Moselweiß geschafft.Nun begann man den Gedanken in die Tat umzusetzen. Damit auch bei schlechtem Wetter wenigstens im Trockenen gearbeitet werden konnte, wurde eine provisorische  Überdachung errichtet. Das war im Dezember 1995, Anfang 1996.Dem nach langer Suche endlich gefundenen VW wurde mit Schneidbrenner und Schleifmaschine zu Leibe gerückt und er wurde bis auf den Unterbau auseinander genommen, gereinigt und gestrichen. Nun konnte mit dem Verlängern des Achsabstandes begonnen werden. Es folgte das Anfertigen des neuern Rahmens und der Aufbau der Rohrkonstruktion, das Bestellen, Zuschneiden und Herrichten wurde von der Firma Walther Mais übernommen, für das Zusammenbauen und Zusammenschweißen stellte sich Schlossermester Karl Kaut zur Verfügung. Nach Abschluss  der gröbsten Schlosserarbeiten konnte mit dem Holzaufbau  begonnen werden. Das Material, Aufmaß und Zuschnitt wurde von der Firma Alfons Müller übernommen und von Reinert Henrichen eingepasst. Von der Firma Hans Peter  Frank, Dachdeckermeister, wurden die Zinnblecharbeiten ausgeführt. Die Verglasung von der Firma Carglas vorgenommen. Lackiert wurde das Ganze in Eigenarbeit, wobei Monika Sauerborn wegen ihres Einsatzes zu erwähnen ist. Von Anfang an immer dabei waren außer dem Meistertrio Horst Riffart, Hans Josef Schaaf, Karl Kaut auch Aloys Steinbeck und der leider zu früh verstorbene Georg Schmengler.

Durch die wohlwollende aber strenge Prüfung des TÜV Koblenz kann der Nachbau sich auch auf der Straße bewegen. Von Beginn bis zur Endgültigen Fertigstellung wurden von den nachfolgenden Vereinen  2010 Stunden erbracht. Bis zum ersten Einsatz am 16.06.1996 wurden 1648,5 Stunden geleistet und Protokolliert. Kirchenchor, Kindergarten, Arbeiterwohlfahrt, Turnverein, Sport Angler, KG Blau-Weiß, Ortsring und die Kirmesgesellschaft „Mosella“ 1880

Technische Daten:

 

Unterbau

 

VW Bus

Baujahr

 

1972

Motor

 

50 Ps

Hubraum

 

1570 cm²

Länge

 

9,35m

Breite

 

2,25m

Höhe

 

3,50m

Höchstgeschwindigkeit

65 km/h

 

Bauzeit ohne Vorbereitung und Planen, 6 Monate. Die Lackierung entspricht dem Original-Wagen. Kühlung und Zapfanlage wurde von der Firma SBK eingebaut und von der Königsbacher Brauerei finanziert.